Pressemeldung

Kultur – Weser Kurier, 11.06.2005

Die mit den Tönen tanzen

Das Krankenhaus-Museum präsentiert für Kinder die Mitmach-Ausstellung „Schon gehört?“

Von unserer Mitarbeiterin Sigrid Schuer

BREMEN. Die winzige Spieluhr hat einen leisen, silbernen Klang. Wird sie auf eine alte Violine oder einen umgedrehten Kochtopf gesetzt, ist ihre Klangfarbe plötzlich kräftig und deutlich wahrnehmbar. Das Kindermuseum für Bremen zeigt in Kooperation mit dem Krankenhaus-Museum auf dem Gelände des Klinikums Ost bis zum 10. Juli eine Mitmach-Ausstellung.

Auf einem riesigen Herzteppich steht ein kostbar anmutender roter Thron, daneben liegt eine Herzschlagsonde, die den Rhythmus des Lebens zur Außenwelt überträgt. Diese Elemente der Mitmach-Ausstellung „Schon gehört?“ dürfte die Herzen der großen und kleinen Besucher höher schlagen lassen. Denn mitten im wunderschönen Park können sie drinnen und draußen zum Saitensprung im Grünen ansetzen und dabei nach Lust und Laune mit den Tönen tanzen. In sieben Jahren haben sich schon rund 80.000 Kinder in dem von Georg Frangenberg konzipierten Klanggarten verlustiert. Der Lehrer für Kunst und Geschichte entwirft für seinen in Düsseldorf sitzenden Verein „Aktion und Kultur mit Kindern“ interaktive Ausstellungen. Die Museumspädagoginnen Silke Rosenthal und Eva Vonrüti Moeller lernten Frangenberg auf einem Fortbildungskurs kennen und waren sofort Feuer und Flamme von seinem Konzept.

Die Mitmach-Ausstellung konnte so schnell realisiert werden, weil eine Reihe Bremer Stiftungen unbürokratisch die finanzielle Absicherung garantierten. Der Clou des Ganzen: In einer Welt, in der die virtuelle Dominanz einen immer schnelleren Takt angibt, lernen Kinder und Jugendliche die Kunst der Entschleunigung. Die interaktive Ausstellung soll ihren Entdeckerdrang befördern und sie zum kreativen Umgang mit dem Klang anspornen. „Die Objekte sind die Partitur“, so Georg Frangenberg. Zwar liegt die Zielgruppe in erster Linie zwischen vier und 14 Jahren, aber die Erfahrung zeigt, dass Erwachsene und auch gerade Lehrer ebenso begeistert mitmachen.

Von den 60 Führungen, die für Schulen angeboten werden, sind bereits jetzt 57 fest gebucht. Nach Wunsch gibt es auch die Möglichkeit, sich für 90 Minuten exklusiv mit einer Klasse in den Räumen des Krankenhaus-Museums aufzuhalten und dabei in Begleitung einer Museumspädagogin und eines Musikers die eigene individuelle Route durch die Ausstellung fest zu legen. Da kann dann nach Herzenslust das Buddelschiff, eine Zinkbadewanne, in der grüne Flaschen mit unterschiedlichen Wasser-Pegeln installiert sind, ausprobiert oder der mächtige Gong geschlagen werden. Wenn man die aus vielen Klangfarben bestehende Hüpfton-Skala absolviert hat, lockt das Echogerät, auf dem man spielerisch mit der eigenen Stimme experimentieren kann. Der krönende Abschluss des Ausstellungsbesuchs ist dann die Eintragung ins akustische Gästebuch und das Basteln einfacher Musikinstrumente wie Dosen-Telefone, Schnurrkatzen oder Trommeln in einer der Werkstätten. Bereichert wird „Schon gehört?“von einem umfangreichen Begleitprogramm, das renommierte Künstler wie Gabriele Hasler, Uli Sobotta und Thomas Schacht mit seiner Saiten-Installation „Pedarre“ gestalten.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 12. Juni, um 11 Uhr eröffnet.

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