Pressemeldung

Stadttei-Kurier - Weser Kurier, 07.06.2007

Ein heller Ton klingt gelb

Kinder-Mitmachausstellung „Das Gelbe vom Ei“ im Krankenhaus-Museum Ost

Von unserem Mitarbeiter Christian Meyer

Osterholz. Stolz trägt Niccolo sein Bild nach draußen.Die Farben müssen noch trocknen. Vorsichtig bückt sich der Achtjährige, um sein Bild auf die Wiese zu legen. Doch kurz bevor er es hinlegen kann, fegt ein Windstoß das Bild zu Boden. Es landet auf der bemalten Fläche. Doch Niccolo hat Glück gehabt: Die Farben sind nicht verwischt. Das Bild ist gerettet. Der Junge hat aus seinem Pech gelernt. Er schnappt sich sein Bild und bringt es ins Museum. Denn dort kann kein Wind sein Kunstwerk beim Trocknen stören.

Der Verein „Kindermuseum für Bremen“ will Kindern Farben näher bringen. Eva Vonrüti-Moeller, Projektleiterin des Museums, erklärt das so: „Man soll die Farben über die Sinne ganzheitlich erschließen.“ Deswegen hat der Verein die Ausstellung „Das Gelbe vom Ei. Farbenrausch zwei“ ins Leben gerufen. Die Mitmachausstellung gastiert derzeit im Krankenhausmuseum des Klinikums Ost.

Alles interaktiv

Vonrüti-Moeller betont, dass man im Museum normalerweise nur sehr passiv agieren könne, nur betrachten, aber nichts anfassen. Das möchte das Kindermuseum ändern. Deswegen lege man Wert auf interaktive Ausstellungen, erklärt die Museumspädagogin. In denen sollen die Kinder ihre Sinne nutzen. Dadurch soll der Alltagsbezug der Farben hergestellt werden.

Man könne schließlich alles mit Farben verbinden. Auch in der Musik. Ein dumpfer Klang werde eher mit schwarz verbunden. Einem hellen Klang ordnet man hingegen eher eine helle Farbe wie zum Beispiel Gelb zu, erklärt die Projektleiterin.

Während Vonrüti-Moeller die musikalische Farbenlehre erklärt, geht es um sie herum laut und turbulent zu. Ein Junge schlägt auf eine Trommel. Neben ihm spielt ein Mädchen Keyboard. Für jede Taste, die sie drückt, erscheint auf einem Bildschirm einen Farbe. Ganz in der Nähe der Lärmquelle sitzen auch die zweijährige Mia-Sophie und ihre Mutter Sonja Dierks. So richtig reden will und kann die Kleine noch nicht. Dafür schmeckt ihr der Lolli zu gut. Auch die Frage nach der Lieblingsfarbe beantwortet die Mutter. Mia-Sophie möge am liebsten Blau, ihre favorisierte Farbe sei dagegen Rot. „Ich sammle hier Ideen für meine Schüler“, erklärt Dierks. Sie unterrichtet unter anderem Kunst, deswegen sei die Ausstellung natürlich sehr praktisch für sie. So könne sie sehen, was man alles mit Farben machen und wie man diese den Schülern näher bringen kann. „Willst du was malen?“ fragt Dierks ihre Tochter. Glücklich strahlt Mia-Sophie ihre Mutter an und wirft ihr ein begeistertes „Ja, malen“ entgegen.

In der hinteren Ecke des Museums bastelt Niccolo in der Druckwerkstatt an einem weiteren Bild. Er ist mit der ganzen Familie hier. „Sonntags ist immer ein Familienausflug“, erklärt der Drittklässler, während er an seinem Bild arbeitet.

Farbendurcheinander

Für dieses Bild hat er zuerst verschiedene Farben auf einer Druckrolle gemischt. Mit der Rolle verteilt er die Farben dann auf einer Glasplatte. Auf das Farbendurcheinander legt er schließlich ein Blatt Papier. So wird das Kunstwerk von der Glasplatte quasi auf das Papier kopiert. „Die Kinder sind ganz begeistert“, sagt Svenja Kolbe. Sie leitet die Druckwerkstatt. „Man kann mit einfachen Mitteln ein eindrucksvolles Ergebnis erzielen.“ Auch ihr Freund Jens Nitsch ist hingerissen von der simplen Druckerkunst. Niccolos Bild ist nun fertig. Viele Farben sind darauf zu erkennen. Hat er den keine Lieblingsfarbe? Diese Frage beantwortet Niccolo wie aus der Pistole geschossen: „Grün – wegen Werder“

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